Stettin – Berlin

Karte Stettin Berlin

Die Route Stettin- Berlin soll in 2017/18 neu ausgeschildert und markiert werden. Daher laufe ich diese Strecke in Teilstücken für die Jakobusgesellschaft Brandenburg- Oderregion e.V. mit GPS und Karten „Test“. Wir hoffen Euch bald Online- Materialien zur Verfügung stellen zu können. Bei Fragen zum Verlauf der Strecke kannst du dich gerne an mich wenden.


Teilstück Angermünde- Kloster Chorin (30km)

gelaufen am: 10.06.2017


Teilstück Chorin – Biesenthal (29km)

gelaufen am: 17.06.2017


Teilstück Stettin – Schwedt/O (63km)

gelaufen am: 12-13.08.2017

Tag 1: Stettin – Gartz (28km)

Tag 2: Gartz – Schwedt/O (29km)

Wenn du einmal einen Einblick in meine Wanderungen bekommen möchtest, solltest Du meinen Scoutbericht lesen. Viel Spaß! 🙂


„Wenn Engel reisen…“

GPS- Markierungstour von Stettin (Polen) über Gatz nach Schwedt/O

Auf dem Jakobsweg in Brandenburg.

TAG 1: Stettin- Gartz (28km Fußmarsch + 8km Auto)

Es läuft ja nie so wie man denkt, aber diesmal sollte uns unsere Jakobswegwanderung wirklich auf die Probe stellen. Warum? Mit 12 Seiten Kartenmaterial und einer sehr ungenauen GPS- Karte auf meinem Telefon war es nun unsere Aufgabe, den Jakobsweg von Stettin nach Schwedt/O Probe zu laufen. Die richtigen Wege finden, Pfosten und Markierungspunkte ins GPS eintragen, Fotos schießen, ggf. Unterkünfte notieren, Schwierigkeiten und Änderungen aufschreiben. Na, du kannst dir vorstellen was ich meine.

Nun starteten wir pünktlich 8:00Uhr am S Lichtenberg am Samstagmorgen nach Stettin. Wirklich unproblematisch waren wir bereits nach 2h mit dem Regio in Polen angekommen und liefen erstmal von dort zu unserem Startpunkt. Die Kathedrale, in der wir sogar unseren ersten Pilgerstempel erhielten war wirklich einfach zu finden. Nun hieß es sich den „besten“ Weg, raus aus der Stadt suchen. VERDAAAAAAMMT lange 12 km zog sich der Weg entlang vielbefahrener Schnellstraßen und Industriegebiet, teils ohne Bürgersteig bei grauem Nieselregen. Mir taten meine 4 Mitläuferinnen wirklich Leid, denn schön war das nicht. Der Weg besserte sich erst als wir im Vorort Ustowo ankamen und entlang der Westoder durch die kleinen Orte an der Westoder liefen. Sogar der Regen hörte in manchen Momenten auf und unser Lachen kam wieder. Ja, nun sind wir wieder bei: Es läuft nie so wie man denkt. Kommen wir zum „Problem Rufbus“: Eigentlich wollte ich einen Rufbus anrufen, der uns am Ende unserer Tour (nach 28km) die letzten 8 Kilometer von Mescherin nach Gartz fahren sollten. Schade, wenn das Telefon abgestellt wird und nach 13 Uhr nur noch die Ansage kommt „Sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an, Auf Wiedersehen“. Wie heißt es so schön, wenn Engel reisen, wird sich eine Lösung finden und mit dieser Einstellung im Herzen gingen wir weiter. Ändern konnten wir die Situation eh nicht, also glauben wir an das Gute. Der Weg führte uns nun weiter über Feld und kleine Dörfer. Endlich Natur. Ok, teils regte und wehte es uns fast vom Weg, aber unsere optimistischen Gemüter ließen die Beine weiter laufen. Zwischen philosophischen Zeilen und Träumerei an das nächste Essen, kamen wir nach guten 20km an der deutsch- polnischen Grenze an. Von wegen „packt euren Reisepass ein, wir überqueren die Grenze“. Lediglich zwei bemalte Grenzsteine begrüßten uns in der Bunderepublik Deutschland. Irgendwie cool und gleichzeitig etwas lahm. Nun gut, wir hatten noch ein paar Kilometer vor uns, also weiter gehts. Die letzten Kilometer liefen sich etwas schmerzend. Uns brannten ordentlich die Fußsohlen, da wir doch fast 7h auf Asphalt liefen. Nach 28,7km kamen wir schließlich nach 7:45h in Mescherin an, immer noch keine Ahnung wie wir nach Gartz zur Unterkunft kommen sollten. Weitere 8km laufen? NO WAY. Naja, wie ich so bin. Dann liefen wir da so die kleine Hauptstraße in Mescherin entlang, eigentlich mit dem Ziel zur Feuerwehr zu laufen und die zu fragen ob sie uns nicht nach Gartz bringen könnten, und fragte spontan einen jungen Mann mit Berliner Kennzeichen über den Gartenzaun, ob er uns 5 Frauen nicht helfen könnte. Ich erzählte von uns und unserer Tour und der GPS- Wanderung und das wir ja keinen Meter mehr laufen könnten.  UND TATSÄCHLICH, er nahm sich ein Herz und fuhr uns die 10min bis vor die Haustür unserer Unterkunft. Ich sage ja, wenn Engel reisen. Für ihn wohl eine lustige Abwechslung im Dorfalltag und für uns der Seegen für unsere Füße und müden Körper. In der „Pommern Stube“ in Gartz angekommen wurden wir sehr herzlich empfangen. Wer den Pilgeralltag kennt, nach Ankunft heißt es: auspacken, duschen, Beine hoch und ESSEN! Wir bekamen ein sehr leckeres Abendmahl aus der brandenburger Küche und schlossen den Tag mit einem Abendspaziergang durch Gartz ab. War ich froh endlich im Bett zu liegen, glücklich, kaputt, müde, satt und stolz mit 4 unglaublich tollen Frauen die erste Etappe absolviert zu haben. Da blieb mir nur ein BUEN CAMINO und schon vielen die Augen zu.

 

„Wenn Engel reisen… und noch viel weiter“

GPS- Markierungstour von Stettin (Polen) über Gatz nach Schwedt/O

Auf dem Jakobsweg in Brandenburg.

TAG 2: Gartz- Schwedt/O – 28,6km (+ 8 km Auto)

Sonne, blauer Himmel, ein Lachen – das schreit nach…. Joga am Morgen. hihi. Wenn eine Sportstudentin und eine Jogalehrerin ihrer Leidenschaft im doppeltem Sinne nachgehen – Bewegung ist alles. Also raus und vor dem Frühstück eine halbe Stunde Stretching, Krieger, Hund und was uns noch in den Sinn kam. Anschließend gab es ein ausgiebiges Frühstück. Unser privater Shuttle, der diesmal wirklich erreichbar war, brachte uns zu unserem heutigen Startpunkt, das kleine Dörfchen Hohenreinkendorf, direkt auf dem Märkischen Landweg. Dieser sollte uns bis nach Schwedt/O in 21km führen. Eigentlich….
Zunächst muss ich sagen, der Weg lief sich großartig. Es ging auf natürlichen Pfaden, vorbei an Feld und Wiesen, durch Wälder und kleine Dörfer. Dann vorbei an vielen Mirabellenbäumen und den leckersten Brombeersträuchern. Wer braucht schon Butterbrote, wenn die Natur so viel zu bieten hat. Das Wetter war auch heute auf unserer Seite und die Kilometer liefen sich wirklich schnell weg. Ein bisschen verwirrten uns die Beschilderungen, teilweise zeigten zwei Schilder in verschiedene Richtungen, mit dem gleichen Ziel, dann kam lange nix und plötzlich dann doch. Oft stellten wir uns die Frage, wo wir langlaufen sollten. Dann kam ein Weg, den es laut Karte gab, aber in „echt“ nicht und einmal verwerrte uns eine Schnellstraße den Weg. So liefen wir zwei mal einen größeren Umweg und brauchten schließlich doch gute 7km mehr, als geplant. (Man beachte, dass sind 1,5h länger). Aber wir waren nicht zu betrüben. Zwischendurch machten wir mehrmals eine kleine Rast. Einmal an einer wunderschönen kleinen Kirche, auf der Wiese in der Sonne. Dem Himmel so fern und doch so nah. Ich war wirklich glücklich und konnte mir keinen schöneren Ort vorstellen. So einfach und so schön. Nach guten 7h erreichten wir den Bahnhof in Schwedt/O. Ich war etwas enttäuscht, da die Wegführung an keiner Kirche vorbei führte. Dabei wollte ich meinen Frauen noch einen Stempel organisieren. Am Ende landeten wir doch nur in den Stühlen im Restaurant, kalte Getränke, Essen und einfach sitzen. Die letzten zwei Tage spürten wir in den Knochen, rote Nasen von der Sonne, erschöpft und gleichzeitig stolz, die Strecke geschafft zu haben. Am Ende malte ich jedem einen ganz auf uns passenden Stempel in den Pilgerpass. 5 kleine Peregrinos auf dem Weg,die Sonne im Rücken, vorbei an Mirabellenbäumen. Und damit war unsere Pilgerreise für dieses Wochenende gemeistert. Mein Herz ist erfüllt mit so viel Dankbarkeit und Glück und ich bin mir wieder so bewusst geworden, warum ich das alles mache. Für die vielen lachenden Gesichter, die Freude und Lebensenergie, die alle auf den Wanderungen ausstrahlen. Das bedeutet Glück für mich!

Dankeschön und BUEN CAMINO

Eure Annelie


 

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