Erfahrungsbericht Eva

In guten vier Wochen starten nun unsere neuen Peregrinas und Peregrinos auf die Pilgertour 2019. Um die Pilgerstimmung von der Wanderung aus dem letzten Jahr etwas herauszuholen, habe ich noch zwei Erfahrungsberichte  in der Tasche, die ich mit Euch teilen möchte.

Starten wir mit Eva. Unsere Eva, mit so vielen Blasen an die Füßen, dass man sie nicht mehr zählen konnte, lief mit dem Herzen am richtigen Fleck. Dankeschön Eva, für Deinen Bericht!

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„Mit „Ich bin dann mal Weg“, ein Buch von Hape Kerkeling, fing bei mir der Wunsch vom Pilgern an.

Ende 2016 bekam ich die Diagnose Brustkrebs und da kam die Angst all meine Wünsche und Träume nie mehr machen und erleben zu dürfen.

Nach Op und einigen Wochen zu hause, bekam ich dann die Möglichkeit in Grömitz in Kur gehen zu können und lernte dort bei einem Vortrag, Dr. Freerk Baumann kennen. Ich war fasziniert, wie er über Krebs und Pilgern redete und mein Wunsch einen Stück den Jacobsweg zu gehen wurde immer größer. Der Gedanke, den Jacobsweg zu gehen lies mich nicht mehr los und ich versuchte meine Freundin zu überreden doch mit zu machen.  Nach unserer Kur kam schnell der Alltag wieder, aber den Wunsch hatte ich immer noch und er wurde immer größer. Letztes Jahr dann bekam ich von meiner Freundin die Nachricht, das in Berlin eine junge Sportstudentin ist, die ein Projekt ins Leben rufen möchte..gemeinsam Pilgern-gemeinsam gegen Krebs und fragte mich, ob ich Lust hätte da mitzumachen. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, dass ist es und ob ich da mitmache war mein erster Gedanke. 

Ich bewarb mich bei Annelie und drückte mir ganz feste die Daumen, denn ich wollte mir meinen Traum vom Jacobsweg erfüllen….Klar war es nicht der spanische Camino, aber den kann ja jeder. nein ich wollte klein anfangen und nehme erstmal einen deutschen und zwar von Frankfurt Oder bis Berlin.

Ein paar Tage später die Antwort, ich bin dabei…..wie mega toll ist das denn.

Mit vollem Eifer wurden Schuhe gekauft und eingelaufen…Annelie schickte einen Trainingspilgerplan, den ich dann regelmäßig machte und ich freute mich so sehr auf die Zeit mit Menschen gehen zu dürfen, die auch an Krebs erkrankt waren.

Annelie schlug vor sich vor dem großen Pilgern zu treffen. Leider konnte ich an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen. Ich verfolgte aber alles über unsere Whatsapp Gruppe und Facebook und ich freute mich sehr, für meine Mitpilger für ihr schönes Wochenende.

Am 27. April gings dann endich nach Berlin und ich war sowas von aufgeregt. Fragen, wie wird das mit all den Mädels und ein Mann und dann eine Woche zusammen, aber ich freute mich auch auf mein Abenteuer Jacobsweg. Am Samstg gings dann mit meiner Freundin mit der Bahn von Berlin nach Frankfurt Oder.

Die Aufregung stieg und als wir dann einige andere in der Bahn getroffen hatten, war die nervösität auf einmal gebrochen.

In Frankfurt Oder trafen wir uns alle an der Marienekirche…Mein Rucksack war noch ein Fremdkörper auf meinem Rücken und mein Kopf dröhnte vor Kopfschmerzen….Ohje dachte ich auf einmal…Dass schaffe ich nicht, aber jetzt gab es kein zurück mehr. Ich musste da jetzt durch und mit.

Von Frankfurt Oder bis Sieversdorf 18 km laufen bei gefühlten 50C °….Mein Kopf dröhnte, meine Beine wurden schwerer, aber meine Mitpilger/innen motivierten mich duch ihre Fröhlichkeit und Lebensfreude. Gegen Abend hatten wir unsere erste Etappe erreicht und ich war so froh die Strecke geschafft zu haben und  ein Wunder war, meine Kopfschmerzen waren weg…..Wir wurden so herzlich von unseren Gasteltern empfangen und da standen wir in ihrem prachtvollen Garten, mitten in einem Paradies von Blumen und Bäumen. Der Abend war sehr rührend, denn bei Lagerfeuer und ein paar Getränken, konnte jeder seine Lebensgeschichte erzählen. Das zusammensein und was ich in diesem Moment gefühlt habe, kann ich nicht beschreiben. Es war einfach nur schön.

Leider gings dann am nächsten Tag wieder weiter… Ich danke Silvia und Ihrem Mann für einen tollen Aufenthalt. Bevor es aber losging, hatte Silvia unsere Herbergsmutter noch was mit uns vor…Wir besuchten ihre Kirche im Dorf und sangen gemeinsam und das war das schönste überhaupt…Einfach Gänsehaut pur.

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Nach einer tränenreichen Verabschiedung gings dann weiter….ab nach Ahrensdorf 16 km Fußmarsch….Appropo Fußmarsch…Ich hatte ja gedacht, dass ich meine Schuhe gut eingelaufen hätte, aber da hat mich das Pilgern was anderes geleert. Je länger ich ging, umsomehr taten mir die Füße weh. Jeden Abend kam eine Blase dazu und meine motivation wurde durch die Schmerzen weniger, aber ich hatte Gott sei dank meine Mitpilger/innen, die mir immer wieder den Mut machten weiterzumachen und das schaffte ich auch dann. Brandenburg ist eine wunderschöne Gegend und Annelie hat uns in den 7 Tagen und insgesamt 150 km an so schöne Orte gebracht. Am letzten Tag ging es durch Berlin und unser Ziel war dann das Brandenburger Tor, wo wir empfangen wurden.

Für mich war der Jacobsweg eine gute Entscheidung und eine sehr gute Erfahrung. Die Zeit mit Fremden Menschen zu verbringen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe, dass noch ganz viele in den Genuß kommen mit Annelie und ihren Helfern diesen Weg zu gehen. Ich würde es immer wieder tun.

Eure Eva“

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